MARTIN    LINHARDT

Rechtsanwalt   
95326 Kulmbach - Gumpersdorfer Weg 4

Anwaltsgebühren

Für das Honorar des Anwalts gilt das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Hier in Kürze das wichtigste:

Die Grundlage für die Gebührenfestsetzung ist der wirtschaftliche Wert der Angelegenheit, der sich in der Regel in einem Euro-Betrag wiedergeben lässt.

Nach einer Tabelle werden dann für die einzelnen Abschnitte der anwaltlichen Tätigkeit, entsprechend dem ansteigenden Wert, die jeweiligen Gebührensätze berechnet.

Die Gebührentabelle ist dabei nur „degressiv“ ansteigend, das heißt dass z.B. ein doppelt hoher Gegenstandswert zwar eine höhere Gebühr mit sich bringt, nicht jedoch die doppelte Gebühr.

 

AUSSERGERICHTLICHE TÄTIGKEIT

Beratungsgebühr:

Seit dem 01.07.2006 sind die gesetzlichen Gebühren für Beratung und Gutachten aufgehoben. Es ist in diesen Fällen eine Gebührenvereinbarung zu treffen. Häufig wird hier nach wie vor ein Gebührenrahmen zwischen dem 0,1-fachen und dem 1,0-fachen der vollen Gebühr herangezogen.

Geschäftsgebühr:

Sie betrifft die nach außen gerichtete Tätigkeit, z.B. Schriftverkehr mit der Gegenseite. Der Satz für die Geschäftsgebühr beträgt das 0,5-fache bis 2,5-fache einer vollen Gebühr. Ein höherer Satz als das 1,3-fache fällt nur an, wenn die Tätigkeit entweder umfangreich oder schwierig war. Die Geschäftsgebühr wird zur Hälfte (höchstens zum 0,75-fachen) auf eine etwa später entstehende Prozessgebühr angerechnet.

Der konkrete Satz innerhalb des Gebührenrahmens bestimmt sich nach den Kriterien Umfang und Schwierigkeit, Bedeutung der Angelegenheit, Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Auftraggebers und gegebenenfalls eines besonderen Haftungsrisikos für den Anwalt. Häufig kommt es im Ergebnis der einzelnen Kriterien zu einer Gebühr in der Mitte des Rahmens (sog. „Mittelgebühr).

Einigungsgebühr:

Sie entsteht, wenn der Anwalt an einer endgültigen Beilegung des Rechtsstreits mitgewirkt hat. Der Gebührensatz beträgt 1,5-fache der vollen Gebühr.

 

GERICHTLICHE GEBÜHREN

Verfahrensgebühr:

Sie betrifft das Betreiben des Gerichtsverfahrens (z.B. ab Klageeinreichung) einschließlich der Information.

Die Gebühr beträgt das 1,3-fache der vollen Gebühr. Auf die Verfahrensgebühr wird eine vorangegangene Geschäftsgebühr angerechnet (höchstens zu 0,75).

Terminsgebühr:

Sie betrifft die Vertretung in einem Verhandlungs-, Erörterungs- oder Beweisaufnahmetermin. Die Terminsgebühr beträgt das 1,2-fache der vollen Gebühr.

Einigungsgebühr:

Sie entsteht, wenn der Anwalt an einer endgültigen Beilegung des Rechtsstreits mitgewirkt hat. Sie beträgt das 1,0-fache der vollen Gebühr.

 

WEITERE VERFAHRENSARTEN

Bußgeldverfahren (Bußgeld 40,- EUR bis 500,- EUR):

Der Anwalt erhält eine Grundgebühr (Mittelwert 85,00 EUR), eine Gebühr für die Vertretung im Verwaltungsverfahren (Mittelwert 135,00 EUR), für die Vertretung im gerichtlichen Verfahren (Mittelwert 135,00 EUR) und für einen Hauptverhandlungstermin (215,00 EUR).

Strafrecht:

Gleiche Gebührenstruktur wie im Bußgeldverfahren. Die Mittelwerte für das Verfahren vor dem Amtsrichter betragen jedoch: Grundgebühr 165,00 EUR, Ermittlungsverfahren 140,00 EUR, Gerichtliches Verfahren 140,00 EUR und Hauptverhandlungstermin 230,00 EUR.

In umfangreicheren oder schwereren Strafsachen sind besondere Honorarvereinbarungen üblich.

 

Zu den jeweiligen Gebühren eines konkreten Falles fragen Sie uns bitte. Die Frage nach den Kosten ist kostenlos, und vorheriges Fragen erspart manchmal nachherigen Ärger.

Damit „die Brühe nicht teurer kommt als der Fisch“ (fränkische Redensart).

Den gesamten Gesetzestext und die Berechnungsbeispiele finden Sie auf der Seite der Bundesrechtsanwaltskammer